Bei Diskussion zur Elkartallee: BürgerInnen mitnehmen!

  • Veröffentlicht am: 26. März 2008 - 15:46

pic_1043249_full.jpg

Stephan Beins

Grüne fordern mehr Bürgernähe im Umbenennungsverfahren

Bündnis 90/Die Grünen fordern die konsequente Einbeziehung der AnwohnerInnen in das Umbenennungsverfahren bezüglich der Elkartallee. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bezirksrat Südstadt/Bult, Stephan Beins, sagte: "Wir begrüßen das eingeleitete Moderationsverfahren. Es muss aber so gestaltet werden, dass die BürgerInnen wirklich gut informiert sind. Uns ist ganz wichtig, dass sich niemand übergangen fühlt." Die Grünen weisen darauf hin, dass sie bereits im März 2006 eine Infoveranstaltung zur Elkartallee durchgeführt haben und halten eine Wiederholung im Rahmen des Moderationsverfahrens für sinnvoll.


Die in den letzten Jahren neu gewonnenen Erkenntnisse über das Wirken Elkarts während der NS-Zeit seien ein "schwerwiegender Grund" für die Umbenennung der Straße, sagte Beins. Der Historiker Dr. Rüdiger Fleiter hatte 2006 in seinem Buch "Stadtverwaltung im Dritten Reich" die Rolle Karl Elkarts als Stadtbaurat untersucht und sein umfängliches Mitwirken bei der Judenverfolgung festgestellt. Beins sagte: "Eine Straßenumbenennung ist leider immer mit unangenehmem Aufwand insbesondere für die AnwohnerInnen verbunden. Aber die Benennung einer Straße nach einer Person stellt eine besondere Ehre dar, deren Erbietung dann einzustellen ist, wenn entgegenstehende Tatsachen aufgedeckt werden."

Eine "andere Sache" sei eine mahnende Inschrift wie sie beispielsweise am Carl-Peters-Mahnmal auf dem östlichen Bertha-von-Suttner-Platz zu finden ist, so Beins. Als Mahnung hielten die Grünen einen Straßennamen jedoch nicht für geeignet, da die Mahnung nur auf einem eventuellen Anhang zum Straßenschild nicht aber beim Gebrauch des Straßennamens als Adresse zur Geltung komme. Entsprechend sei der frühere Carl-Peters-Platz in Bertha-von-Suttner-Platz umbenannt aber das ehemalige Carl-Peters-Denkmal dort unter Beibehaltung des Namens in ein Mahnmal umgestaltet worden.


"Wenn es zu einer Umbenennung kommt, dann muss eine Frau Namensgeberin sein", forderte Beins abschließend unter Hinweis auf das diesbezügliche zahlenmäßige Missverhältnis zwischen Frauen und Männern. Dementsprechend seien bereits Orli Wald und Yvonne Georgi geehrt worden. Dennoch bestehe noch großer Nachholbedarf. Hinsichtlich der von der SPD ins Gespräch gebrachten Ada Lessing wandte er ein, dass der Name Lessing bereits zweimal im Stadtgebiet in Straßen- bzw. Platznamen verwandt wird. "Wir können uns durchaus auch andere Frauen als Namensgeberin vorstellen", sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende.